Spannendes Gespräch mit der Dame des Hauses

Heute lassen wir Erika zu Wort – die Ehefrau, Mutter und Dame des Hauses bei Familie Tebbel. Die, die einerseits hinter der Mülltonne 'Schutz' vor der Aufregung sucht und andererseits für Ruhe und gute Laune zuständig ist…

• Erika, früher Dein Mann, heute mehr Deine Kinder – praktisch jedes Wochenende ist ein Tebbel irgendwo auf der Welt am Start. Alles entspannte Routine für die starke Frau im Hintergrund?

Erika: (lacht laut auf) Schön wär's! Ich dachte immer, ich werde mit den Jahren etwas ruhiger, aber das ist leider gar nicht so. Als Maurice 2017 in Aachen am Start war, habe ich mich hinter die Tribüne hinter eine Mülltonne gestellt und mir die Ohren zugehalten. Ich war einfach zu aufgeregt. Dieses Jahr – immerhin – habe ich nur hinter der Tribüne gestanden und manchmal auf die Anzeigetafel im Parcours gelinst. Und als Stine (Justine) dieses Jahr mit Hello Guv'nor bei der DJM in München eingeritten ist, stand ich am Zaun und habe mein Herz schlagen gehört. Also, bei wichtigen Turnieren, wenn es wirklich um etwas geht, dann bin ich immer schrecklich aufgeregt. Ich wünschte, ich könnte das mal entspannt genießen (lacht wieder).

• Du kannst nicht immer überall dabei sein – wie managst Du das?

Erika: Früher war ich häufiger mit Maurice unterwegs auf den Turnieren, heute mehr mit Stine und René meistens bei Maurice. Und alles, bei dem ich nicht live dabeisein kann, gucke ich auf ClipMyHorse. Und wenn selbst das zu aufregend ist, verfolge ich auch manchmal nur das Live-Ergebnis :-) Aber Stine ist genauso wie ich. Dann stehen wir zusammen da und beobachten den Ergebnisticker :-))

• Wenn Ihr beide, René und Du, bei einem Turnier vor Ort seid, übernehmt Ihr dann das Coaching zusammen?

Erika: Da halte ich mich eigentlich lieber und meistens raus. Nur wenn René und Maurice mal ganz verschiedene Meinungen haben, was wirklich selten vorkommt, dann spiele ich manchmal kurzzeitig den Schlichter. Eins habe ich schon früh von Maurice gelernt: Wenn er aus dem Parcours kommt, muss man das Ganze erst einmal sacken lassen, bevor man mit ihm darüber redet.

• Ihr ward in diesem Jahr viel und sehr erfolgreich auf den Körungen unterwegs. Ist das für Dich auch so eine Nervensache?

Erika: Naja, sagen wir mal so: Wenn ich weiß, der Hengst ist richtig gut, dann bin ich schon sehr aufgeregt. Die Körungen sind ja gerade bei den Springhengsten auch viel Tagesform, da kann immer viel passieren. Das finde ich schon sehr spannend – aber ich renne nicht raus :-)

• Ein ganz normaler Tag im Hause Tebbel – obwohl wir wissen, dass es den Alltag nur selten gibt –  wie sieht der für Dich aus?

Erika: Morgens bin ich im Büro und kümmere mich um die Buchhaltung und die Turniernennungen und so was. Mittags koche ich für die Familie. Kochen ist allerdings absolut keine Leidenschaft von mir und für Maurice ist es wirklich schwierig zu kochen. Er ist sehr 'wählerisch'. Und nachmittags kommt es ganz auf den Tag an. Ab und zu reite ich mal mit, wenn Not am Mann ist, und sonst versuche ich hauptsächlich, Ruhe in den Ablauf zu bringen und dafür zu sorgen, dass alle gut gelaunt sind. Ganz anders als auf den Turnieren. Da gehe ich lieber aus dem Weg, um niemanden nervös zu machen. (und wieder lacht die Hausdame gut gelaunt :-)