Nicht nachvollziehbar

Ich bin jetzt seit 20 Jahren im Hengstgeschäft. Ich weiß, wie ein Hengst aussehen sollte. Dass er schon vom Typ her überzeugen muss, wie er sich bewegen und wie er springen muss. Aber die Entscheidungen bei der Vorauswahl in Westfalen konnte ich in diesem Jahr nicht nachvollziehen. Es geht nicht in erster Linie darum, dass sie meinen Hengst nicht mitgenommen haben. Es geht darum, dass die Kriterien einfach nicht erkennbar waren.
Die Westfalen sind die einzigen, bei denen die Hengste bei der Körung noch Gamaschen hinten drauf haben dürfen, bei der Vorauswahl nicht. Bei manchen Entscheidungen hatte ich das Gefühl, die Kommissionsmitglieder haben sich vorgestellt, wie die Hengste eventuell mit Gamaschen springen könnten? Und es wurden Hengste mitgenommen, die gar nicht nach Hengst aussahen vom Typ her. Natürlich waren auch richtig gute Hengste dabei, keine Frage.
Ich habe in diesem Jahr bei mir unter den Hengsten sehr streng selektiert. Von 16 Anwärtern habe ich nur sechs für die Körung vorbereitet, zwei davon für Westfalen. Einer war ein Cornet Obolensky-Pilot-Polydor-Nachkomme. Gut durchgezogen aus einem super Mutterstamm, voll im Hengsttyp, der Schritt, Trab und Galopp hat und richtig gut springt. Ich habe wirklich keine Ahnung, warum sie den in Westfalen nicht mitgenommen haben? Wenn er sich schlecht präsentiert hätte. Wenn er schlecht gesprungen wäre. Aber nichts dergleichen. Ich bin absolut und voll von diesem Hengst überzeugt. Ich hatte auch noch einen zweiten Hengst dabei, aber den habe ich gar nicht mehr gezeigt. Ich kam mir wirklich veräppelt vor.
Zwei von meinen Hengsten gehen in Holstein zur Körung, einer bei den Oldenburgern (OS), aber um den Cornet Obolensky-Sohn tut es mir besonders leid. Den wollte ich eigentlich gerne bei mir selbst aufstellen.