Ein Hammer: Weltcup-Sieg mit Cosun

Das war eigentlich ein Hammer: Ich habe mit Cosun das Weltcup-Springen in Al Rayyan, Qatar, gewonnen. Das war so gar nicht geplant…
Dabei ging es schon turbulent los. Am Dienstag wollte ich in Qatar anreisen – denkste! Mein Pass war nur noch zwei Monate gültig, um aber dort einzureisen, braucht man einen Pass, der mindestens ein halbes Jahr gültig ist. Im Schnellverfahren habe ich meinen Pass verlängern lassen und war dann nicht am Dienstag, aber immerhin am Freitag in Qatar. Die anderen Reiter hatten ihren Spaß mit mir und haben gewitzelt: „Zwei Tage zu spät ankommen und dann noch etwas abhaben wollen :-)“.
Ich habe Cosun das letzte Mal bei der Euro in Göteborg geritten. Ich hatte eigentlich absolut nicht im Kopf, das Springen gewinnen zu wollen.
Es ging los mit einer schöne Nullrunde im Umlauf und dann kam das Stechen. Der erste Starter war zwar ohne Fehler, aber gemütlich unterwegs. Dann kam Edwina (Tops-Alexander) und hat eine ziemlich schnelle Nullrunde gedreht. Da war mir klar, dass ich mit Cosun auf Platz zwei hin reite. Aber wir haben den ersten Sprung optimal getroffen, haben von eins auf zwei und von drei auf vier je einen Galoppsprung gespart, haben überall die kurzen Wege genommen und am Ende waren wir mehr als drei Sekunden schneller. Der Sieg, ein Hammer!
Was mich an Cosun immer wieder begeistert, ist seine Beweglichkeit – trotz seiner Größe. Er hat unheimlich viel Gummi im Körper, trabt auch super elastisch und ist absolut unkompliziert. Er war seinerzeit Siegerhengst bei der KWPN-Körung, hat sich dann aber schnell auf den Sport konzentriert, so dass er nur wenige Nachkommen hat. Einige habe ich jetzt gesehen, die sind auch so beweglich. Weil ich rundum von diesem Hengst überzeugt bin, bieten wir unseren Züchtern in der nächsten Saison TG-Samen von Cosun an. Es wäre einfach unheimlich schade, diesen Hengst nicht für die Zucht zu nutzen.