Das etwas andere Youngster-System…

Jede Zeit hat ihren Reiz – das ist schon ein Phänomen in unserem Sport, das mich immer wieder begeistert. Es wird definitiv nie langweilig. Entweder es ist Fohlenzeit oder Hengstkörungen stehen an, große Turniere oder Highlights mit den Youngstern wie jetzt bald die Bundeschampionate.
Nächste Woche bin ich erst mal mit unserer Mannschaft bei der EM in Rotterdam. Es ist natürlich mega schade, dass ich dieses Mal knapp am Team vorbei geschrammt bin, aber ich werde die Vier vor Ort so gut unterstützen wie ich kann. Obwohl die Vier natürlich alle so gut sind und so viel Erfahrung haben, dass man wahrscheinlich gar nicht viel helfen kann. Aber manchmal reicht es schon, dabei und da zu sein.
Danach fahre ich wahrscheinlich nach Brüssel zu den Stephex Masters – ein sehr schönes Turnier.
Und in der ersten Septemberwoche stehen die Bundeschampionate auf dem Plan. Ich habe dieses Mal drei Pferde dabei: einen 5-, einen 6- und einen 7-Jährigen. Das sind definitiv drei richtig gute Pferde. Chacco's Light, ein fünfjähriger Nachkomme v. Chacco's Son x Light On, gibt mir schon ein sehr sehr gutes Gefühl. Es ist definitiv mein Ziel, mit ihm vorne mitzumischen. Je weiter vorne, je lieber :-) Mit dem sechsjährigen Copins Boy v. Copin van de Broy x Levisto habe ich am vergangenen Wochenende in Greven sein erst Zwei-Sterne-M gewonnen. Er ist auf einem super Weg. Und mit dem siebenjährigen Can Ya Mecan v. Corrado x Cassini war ich schon bei den Youngster-Touren in Aachen und Münster ganz gut unterwegs. Er hat viel Vermögen und hat sich bis jetzt noch vor nichts erschrocken.
Bei den Fünfjährigen geht es bei uns in Deutschland ja 'nur' um das schöne Springen – man gewinnt rein per Note. Bei den Sechsjährigen geht es in den ersten beiden Springen am Bundeschampionat um Zeit und Note und das Finale nur um Zeit und bei den Siebenjährigen ist bei uns dann auch rein der Zeitfaktor der entscheidende. In anderen Ländern ist das etwas anders, sie reiten schon die Vier- und Fünfjährigen auf Zeit. Das bedeutet natürlich, dass bei der WM der jungen Springpferde diese anderen etwas im Vorteil sind, gerade bei den Sechsjährigen. Wir müssen unsere Sechsjährigen erst mal auf den Zeitfaktor umstellen, das haben die anderen schon zwei Jahre geübt. Trotzdem finde ich unser System hier gut. Ich denke, es ist wichtig, dass die vier- und fünfjährigen Youngster erst dressurmäßig gut gearbeitet werden, schön rittig sind und auf feine Reiterhilfen reagieren. Und langfristig gesehen, glaube ich nicht, dass das frühere auf Zeit reiten von Vorteil ist…

Euer
Maurice