Beide etwas angespannt…

 

Ich gebe zu, wir waren schon beide etwas angespannt vor Lummen, Maurice und ich. Es war sein erstes Fünf-Sterne-Turnier und dann gleich im Nationenpreis-Team. Und dann auch noch ein Nationenpreis, der für die Super League zählt! Ich war früher auch schon drei- oder viermal in Lummen, aber damals war der Boden nicht besonders gut. Auch deswegen hatte ich etwas Bauchweh, aber in diesem Jahr waren die Bedingungen rundum top!
Drei Tage vor Lummen hatten wir noch schnell bei unserem Sattelhersteller Equipe angerufen. Der Sattel von Chacco's Son ist immer ein Stück weit nach hinten gerutscht. Innerhalb von drei Tagen haben die Equipe-Leute uns den Sattel aufgepolstert, jetzt sitzt er perfekt. Spitze! Tausend Dank, dass das so schnell und so gut geklappt hat!
Otto (Becker) hat vor Ort in Lummen vorgeschlagen, dass wir vor dem Nationenpreis ein kleineres Springen zum 'Warmlaufen' mitnehmen, aber da hatten Maurice und ich beide kein gutes Gefühl. Mit Chacco's Son starten wir immer direkt schwer, von Anfang an auf jedem Turnier. Er mag diese Trainingsrunden nicht. Und weil wir das immer so machen, wollten wir das in Lummen nicht umstellen. Beim Abgehen des Nationenpreis-Parcours hatte Maurice schon ein leichtes Lächeln im Gesicht: Der erste Sprung war ein Steilsprung. Das ist für ihn immer das Wichtigste: der erste Sprung muss ein Steilsprung sein, so startet er einfach lieber in den Parcours. Und dann lief es: Die erste Runde fehlerfrei! In der zweiten einen leichten Fehler am Oxer nach dem Wasser. Maurice ist schön zügig durchgaloppiert, hatte Chacco's Son aber vor dem Oxer nicht ganz optimal auf dem Hinterbein. Trotzdem: Das war ein genialer Einstand in die Fünf-Sterne-Klasse für die beiden!
Otto war auch sehr zufrieden. Überhaupt war die Stimmung in Lummen klasse, das Team war super und wir hatten eine sehr nette Zeit zusammen. Und weil es so schön war, machen wir auch gleich so weiter :-) Übernächstes Wochenende fahren wir nach La Baule. Ein Reiter für das Team ist ausgefallen und Maurice springt ein – wieder ein Fünf-Sterne-Turnier und wieder ein Super League Nationenpreis.
Während ich mit Maurice am vergangenen Wochenende in Lummen war, waren Erika und Justine in Hagen. Light Star war spitze! Er ist in allen Prüfungen fehlerfrei und souverän unterwegs gewesen. Das Finale ist für Justine allerdings etwas blöd gelaufen. Der Wind hatte eine ganze Kombination umgeweht, also musste Justine unterbrechen und warten bis wieder aufgebaut war. Danach ritt sie wieder fehlerfrei weiter, aber sie wusste nicht, dass die Zeit dann auch wieder mitlief. Früher ist man dann ohne Zeit nach Hause geritten. So hat sie einen Zeitfehler bekommen und war am Ende im Stechen nicht dabei. Das war natürlich echt ärgerlich.
Den ersten Start mit Lady Like habe zugegebenermaßen ich ihr vermasselt. Ich hatte gesagt, sie soll mal ein anderes Gebiss ausprobieren, aber das klappte nicht. Das war eine Fehlentscheidung. Am nächsten Tag mit dem alten Gebiss ging es wieder viel besser.
Ist natürlich schon klasse, dass ich heutzutage, auch wenn ich ganz woanders bin, immer alles mitbekomme. Erika ruft mich meistens zwei, drei Pferde bevor Justine dran ist an, dann schalte ich Clipmyhorse ein, kann mir den Parcours ansehen und eventuell noch mal zurückrufen und einen schnellen Tipp geben, wenn mir etwas auffällt. Das ist optimal, man ist praktisch überall dabei.
Jetzt sind wir unterwegs nach Mannheim. Justine reitet dort den U25-Springpokal.