18 Jahre und ein Siegertyp!

Er ist 18, sie 20. Zusammen kamen sie in die Holstenhallen und siegten! Grundig Baltimore und Justine – mit einer genialen Runde sausten die beiden durch das Eröffnungsspringen des internationalen Drei-Sterne-Turniers in Neumünster. Sieg mit mehr als einer Sekunde Vorsprung für dem Iren Michael G Duffy. „Baltimore ist eigentlich nicht der Grundschnellste“, strahlt Justine noch Tage später, „aber in diesem Springen ist uns wirklich alles gelungen. Ich hatte schon mit einer Platzierung geliebäugelt, aber mit dem Sieg hätte ich nie gerechnet.“
Baltimore genießt im Stall Tebbel eine Sonderstellung. Seit sechs Jahren ist er unter dem Sattel von Justine. Mit ihm ist ihr der Umstieg von den Ponys auf die Großen gelungen. Und wie! „Mit Baltimore habe ich meine ersten S-Springen geritten und gewonnen. Ich habe mit ihm mein erstes Zwei-Sterne-S gewonnen. Jetzt ist er 18 und so fit – einfach super!“ Zu Anfang habe sie sich schon mit ihm zusammenraufen müssen. „Er hat seinen eigenen Kopf und ich bin auch ein paar Mal von ihm runtergefallen“, lacht Justine. „Aber heute kennen wir uns in- und auswendig.“
Inzwischen wird der Chellano Z-Sohn nur noch bei ausgewählten Turnieren eingesetzt, locker geritten und genießt täglich seinen Koppelgang. „Dieses Jahr werde ich ihn im März noch zu der Springtour in Oliva mitnehmen“, erzählt Justine. „Wenn er gar nicht mehr mit aufs Turnier dürfte, das fände er, glaube ich, richtig doof. Er ist noch so motiviert!“
Das hat er auch 24 Stunden nach seinem Sieg in Neumünster gleich noch einmal bewiesen und hat sich am Samstagabend im Zeitspringen mit Justine Platz vier gesichert – mit einem Abwurf, aber der schnellsten Zeit. „Das war auch noch einmal mega cool“, freut sich seine Reiterin. „Er ist einfach super drauf!“
Hello Guv'nor war Justines zweites Ass im Ärmel in Neumünster. Mit dem 14-jährigen Belgier fingen das Turnier etwas verhaltend an. „Am ersten Tag hatten wir einen Fehler, der voll auf meine Kappe ging“, so Justine. Im Championat fanden die beiden nicht optimal zu ihrem Rhythmus, aber am Samstagabend lief Hello Guv'nor zu Hochform auf: Doppelnull im 1,50-Meter Weltranglistenspringen. „Wow, damit hatte ich, ehrlich gesagt, nicht gerechnet. Es war klasse!“ Am Ende landete das Paar in einem starken Starterfeld auf Platz vier. „Ich habe Hello Guv'nor jetzt seit September vergangenen Jahres. Er ist so motiviert und richtig schlau“, ist Justine begeistert. Eigentlich brauche er noch mehr Platz zum Galoppieren als in kleineren Hallen. Deshalb darf auch der Belgier – wie Baltimore – mit nach Oliva.